Cannabaceae 

Cannabaceae oder auch Hanfgewächse (Ordnung der Rosales) sind etwa 11 Gattungen mit etwa 170 Arten fast weltweit verbreitet. Die wichtigsten Nutzpflanzen der Familie der Hanfgewächse sind in den beiden Gattungen Hanf (Cannabis) und Hopfen (Humulus). Die weibliche Hanfpflanze enthält 150 Phytocannabinoide aus der Gruppe der Terpenphenole. 

Cannabis enthält aber auch eine Vielzahl von Nicht-Cannabinoiden.
Es konnten bisher über 500 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden: über 200 verschiedene Terpene (Ätherische Öle), 21 Flavonoide mit verschiedenen pharmakologischen Eigenschaften, Proteine, Aminosäuren, Zucker, Alkohole, Vitamine, Hybrocarbone, Aldehyde und Fettsäuren. 

einige der bekanntesten Phytocannabinoide:

  • CBD: schmerzlindernd, angstlösend, leicht beruhigend, Augeninnendruck senkend, antiepileptisch, antibiotisch
  • THC: stark psychoaktiv; beruhigend, stimulierend, halluzinogen, Brechreiz lindernd, Pulsfrequenz steigernd
  • CBN: leicht halluzinogen, Augeninnendruck senkend, antiepileptisch, Pulsfrequenz verringernd
  • CBG: leicht psychoaktiv, schlafanstoßend, Augeninnendruck senkend, antibiotisch
  • CBC: schmerzlindernd, beruhigend, entzündungshemmen

quelle: https://austria.legalize.eu/cannabis-als-medizin.html

Das am meisten untersuchte Cannabinoid, ist das psychoaktive THC oder auch ∆9-Tetrahydrocannabinol, das 1964 erstmals isoliert wurde. Cannabinoid-Säuren als Vorläufer neutraler Cannabinoide waren in den 1950er-Jahren wegen ihrer antibiotischen Wirkung bekannt. Cannabinoide, Terpenoide und andere flüchtige Substanzen werden von Trichomen (Pflanzenhaare), die fast ausschließlich auf den Kelchblättern und Tragblättern weiblicher Pflanzen auftreten, abgegeben.

Cannabis SATIVA wirkt nicht einschläfernd, im Gegenteil sie verleiht Energie und somit für den Konsum tagsüber bestens geeignet. Hingegen wird cannabis INDICA als die "Pflanzen der Nacht" bezeichnet. Das bedeutet, dass man sie am besten vor dem Schlafengehen konsumiert, da sie einen beruhigenden Effekt besitzen, der sich durch eine starke physische Entspannung auszeichnet und oft beschrieben wird, als hätte man "einen großen Stein vor dem Kopf". Deswegen wird diese Cannabisart vor allem zu medizinischen Zwecken benutzt.


CBD

Bei CBD oder Cannabidiol handelt es sich - im Gegensatz zu THC oder Dronabinol - um einen äußerst schwach bis nicht psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze, welcher innerhalb des Hanfs als Gegenspieler zu THC fungiert und selbst äußerst interessante Wirkungen aufweist. Über welche Mechanismen genau CBD seine Wirkung entfaltet ist noch immer Gegenstand von Untersuchungen; es scheint jedoch so zu sein, dass CBD über viele verschiedene Rezeptor-vermittelte als auch rezeptorunabhängige Mechanismen auf körper eigene Zellen einwirkt.

CBD wurde 1939 von Roger Adams isoliert und bekam von ihm seinen Namen. Dieser arbeitete an der University of Illinois und hatte eine Vorliebe für die organische Chemie. Seiner Entdeckung folgte 1963 eine Studie von Raphael Mechoulam und Yechiel Shyo, in welcher die chemische CBDs aufgeschlüsselt wurde und ein Jahr später das bekanntere Cannabinoid Marihuanas, THC entdeckt.


Interessant ist auch:
Es gibt einige Cannabinoid-mimetika die nicht von der Cannabispflanze gebildet werden.
N-Isobutylamide aus Echinacea die sich an die peripheren CB2-Cannabinoid-Rezeptoren auf Immunzellen binden, aber nicht an die CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Beta-Caryophyllen kommt in diversen Gewürzpflanzen vor und ist ebenfalls ein CB2-Cannabinoid. Yangonin aus der Kavapflanze (Piper methysticum) und diverse Catechine aus der Teepflanze (Camellia sinensis) wirken ebenfalls als (schwache) CB1-Rezeptoragonisten. 

Gattungen

Ruderalis, Indica und Sativa  -   was ist der Unterschied?

Cannabis INDICA

Cannabis Indica Pflanzen sind eher klein und kompakt. In subtropischen Länder, zwischen 30 bis 50 Grad nördlich und südlich des Äquators bietet sich tendenziell das ideale Klima für sie. Die breiten Blätter dieser Pflanzen nutzen so viel Sonnenlicht wie möglich. Cannabis Indica Sorten sind für ihren höheren cbd-Gehalt bekannt.  

Cannabis SATIVA

Cannabis Sativa Pflanzen sind vom Wuchs her die größten der drei Familien. Wachsen in äquatorialen Länder zwischen 30 Grad Nord und 30 Grad südlich des Äquators. Ihre Blätter sind lang und sehr schmal und werden oft als fingerähnlich beschrieben. Cannabis Sativa Pflanzen neigen dazu, einen sehr hohen THC und relativ niedrigen cbd-Gehalt zu haben.

Cannabis RUDERALIS

Cannabis Ruderalis ist eine relativ neue Cannabislinie. Man kann sie in den kälteren Regionen der Welt finden, in der Regel über 50 Grad nördlich des Äquators. Das Hauptmerkmal der Ruderalis Familie ist, daß sie selbstblühend ist, sind sehr klein und wachsen sehr schnell. Sie produzieren sehr kleine Blätter und nur wenige Seitenzweige. Hat eher einen sehr geringe thc und cpd Gehalt.


Allgemeines: Obwohl diese drei sehr verschiedene und unterschiedliche Cannabisfamilien sind, lassen sich alle untereinander kreuzen. Deswegen gibt es inzwischen viele Sorten, die Merkmale mehrerer Familien besitzen. Die meist gehandelten Pflanzen heute, sind Kreuzungen (Hybride) aus Indica und Sativa.  

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die verschiedene Bezeichnungen:

Cannabis oder auch Hanf genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze sowie eine zweihäusig getrenntgeschlechtige Pflanze, das bedeutet, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt.
Aus der unbefruchteten weiblichen Pflanze, wird das Rauschmittel mit hohen THC-Gehalt hergestellt. Dabei werden die Blüten zu Marihuana (auch Ganja genannt) und das extrahierte Harz zu Haschisch verarbeitet. All dies fällt in die Kategorie "Drogen" und ist damit illegal.

Als Nutzpflanze, zum Beispiel für Fasern, werden Sorten mit einem THC Gehalt von unter 0,2% angebaut. Von diesem Nutzhanf stammen auch die frei erhältlichen, gesunden Samen. Insgesamt stehen 49 von der EU zertifizierte Hanfsorten für den Nutzanbau zur Verfügung.
CBD
wird industriell aus solchen Nutzhanfsorten hergestellt. Mittlerweile werden aber auch spezielle Sorten gezüchtet, die eine sehr hohen CBD Anteil haben.

BEACHTE: Bei Produkttests wurde auch Öle gefunden, die kaum CBD enthielten oder mit Pestiziden versetzt waren. Auf der sicheren Seite ist man, wenn Cannabispflanzen aus biologischer Zucht verwendet wurden. Auch sollte darauf achten, das das CBD-Öl ein Analysezertifikat besitzt.