Krebs

Erste wissenschaftliche Studien deuten an, dass Cannabis tatsächlich das Tumorwachstum bremsen kann. Doch was bedeutet dies für die Krebsforschung?

3-Sat - seriöse Wissenschaftsdoku (28.01.2016)

Bisherige Untersuchungen an Tiermodellen:

Zeigten, dass Cannabidiol (CBD) unter anderem das Wachstum von Leukämie-Zellen, Gebärmutterhals-, Brust- und Prostatakrebszellen hemmen kann, sogar bösartige Zellen abtöten und das Anlegen neuer Blutgefäße rund um einen Tumor verhindern können. Diese Erkenntnisse sind vielversprechend, werden aber in der Allgemeinmedizin leider noch nicht angewendet.  

Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Rostock brachte 2014 mit Hilfe von Cannabinoiden Krebszellen im Laborversuch zum "platzen". 

Das Problem bei Krebs ist, dass die Tumorzellen sich im Körper so gut tarnen, dass das Immunsystem sie nicht als Bedrohung wahrnimmt. In der Studie haben die Forscher nun eine hochkonzentrierte Stammlösung aus CBD-Extrakt auf die menschlichen Tumorzellen gegeben und zusätzlich noch menschliche Killerzellen aus dem körpereigenen Immunsystem hinzugefügt. Durch das CBD bildete sich auf den Tumorzellen ein Protein, welches dafür sorgte, dass die menschlichen Killerzellen auf die Tumorzellen aufmerksam wurden und sich auf der Zelloberfläche ansiedelten, wodurch die Tumorzelle schließlich zum Zerplatzen gebracht werden konnte.

Der Pharmakologe bleibt aber vorsichtig, er sieht in der Pflanze perspektivisch einen interessanten Kandidaten für die Behandlung von Krebs. Denn wie genau Cannabinoide im komplexen menschlichen Organismus wirken, bleibe weiter offen. "Fakt ist, dass Cannabinoide im Labor nicht nur einen, sondern mehrere Angriffspunkte innerhalb der Entwicklung und Ausbreitung von Tumoren haben", sagt Hinz. Für den Pharmakologen bleibt die Erforschung der Substanzen weiter wichtig.

AKTUELL: 
Den Rostocker Forschern Dr. Robert Ramer und Prof. Dr. Burkhard Hinz ist nun anhand eines Zellkulturmodells der Nachweis gelungen, dass Cannabinoide auch das Eindringen (Invasion) von Tumorzellen in das umliegende Gewebe blockieren. Mit Hilfe der Invasion können Krebszellen in das Blut- und Lymphsystem gelangen und von dort in andere Körpergewebe eindringen, um Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Ermöglicht wird die Tumorzellinvasion durch bestimmte Enzyme. Die Rostocker Forscher konnten zeigen, dass Cannabinoide den genetischen Apparat von menschlichen Gebärmutterhals- und Lungenkrebszellen dazu veranlassen, einen körpereigenen Hemmer dieser Enzyme zu produzieren, der die Invasivität unterdrückt.

Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in einer aktuellen Ausgabe des "Journal of the National Cancer Institute" publiziert, der weltweit führenden Zeitschrift auf dem Gebiet der Krebsforschung.


Laut Pressemitteilung vom 07.02.2017: 

Positive Überlebensdaten aus einer Phase-2-Studie mit 21 Patienten 


Dr. med. Franjo Grotenhermen 
beantwortet die Frage: Hilft Cannabis bei Krebs?


Er ist Vorsitzender einer internationalen Arbeitsgemeinschaft für Cannabis als Medizin und setzt sich seit Jahren für die Anwendung der Pflanze in der medizinischen Therapie ein. Grotenhermen ist sich sicher: "Cannabis ist kein Wundermittel, es ist eine Möglichkeit." 


SPANIEN: Manuel Guzman, Vorsitzenden der International Association for Cannabinoid Medicines - hat die weltweit erste Studie an Patienten durchgeführt und nachgewiesen, dass THC das Tumorwachstum bremst. Er behandelte 9 Patienten mit Krebs im Endstadium, die bereits austherapiert waren und nur noch wenige Monate zu leben hatten. Zwar sind alle Patienten gestorben, allerdings setzte bei einigen Patienten eine tumorbekämpfende Wirkung ein und sie lebten länger als erwartet. Durch diese Studie konnte Guzman zeigen "dass THC und andere Cannabinoide in normalen Dosen für Patienten ungefährlich sind und zumindest THC bei einigen Patienten tumorbekämpfende Eigenschaften hat". 

DEUTSCHLAND: Prof. Dr. Sven Gottschling behandelt an der Kinderklinik in Homburg den elfjährigen Luca mit einem THC-haltigen Medikament. Luca leidet an einem inoperablen Gehirntumor. Für ihn und seine Mutter ist es ein "Wundermittel", denn es hilft gegen das ständige Erbrechen und die Spastiken, die der Tumor auslöst.

ISRAEL: wird Cannabis in großen Mengen verschrieben, 24.000 Patienten bekommen es mittlerweile auf Rezept, 40 Prozent davon haben Krebs. David Meiri von der technischen Universität Israel hat einen eigenen Fachbereich gegründet, der sich ausschließlich mit der biologischen Erforschung von Cannabis befasst. Er hat herausgefunden, dass Cannabissorten unterschiedlich auf Tumorzellen wirken. So wirken manche Cannabissorten eher auf Brustkrebszellen, während dies bei anderen Sorten eher für Prostatakrebszellen zutrifft. 

Bei einer weiteren Studie erhielten Patienten mit einem Hirntumor zusätzlich zur Chemotherapie CBD und THC (Sativex). Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Die Überlebensrate konnte deutlich verbessert werden. Cannabidiol ist bei Übelkeit und Erbrechen während der Chemotherapie weniger wirksam als THC. Eine Kombination von beiden Stoffen scheint sinnvoll zu sein. Dies kann jedoch nur der Arzt verschreiben! 

FAZIT: 

All diese Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis zur Behandlung von Krebs weiter an Bedeutung gewinnt. Jedoch fehlen weiterhin viele wissenschaftliche Studien, um genauere Aussagen zur Wirkung von Cannabis gegen Krebs tätigen zu können. 


TIPP:

Der renommierte Experte Prof. Dr. Jörg Spitz zeigt, wie wichtig Sonnenlicht für unsere Gesundheit ist und wie durch das Hormon Vitamin D die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Multiple Sklerose vermieden oder deren Verlauf günstig beeinflusst werden kann. 

Und auf eine ausgewogene und gut geplante vegane Ernährung achten - Siehe Erfahrungsbericht von Fr. Dr. Rosa Aspalter die ihre Ernährung komplett umgestellt hatte, nachdem sie die Diagnose Krebs erhielt. 

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