CBD Geschichte

Cannabis gehört zu einer der ersten Heilpflanzenarten, die durch den Menschen kultiviert worden sind und dessen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten schon vor Tausenden von Jahren entdeckt wurden. 

Einer der ersten aufgezeichneten Kulturen, die jemals Cannabis kultivierten und verwendeten war China, sie berichteten davon, dass "Ma", wie Hanf in China genannt wurde, einen großen Stellenwert hatte. In seiner pharmakologischen Abhandlung beschreibt der chinesische Kaiser Shennong Hanf als Heilmittel. Er empfiehlt ihn gegen Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfung und viele andere Beschwerden. Dann erreichte es über Korea auch Indien. Sie verwendeten es, wie die Chinesen, für Textilien, als Nahrungsquelle und als starke Medizin. 

Um 1400 v. Chr. wurde es von den Skythen, die Indo-Germanische Nomaden waren, angebaut und brachten es nach Süd-Russland und die Ukraine, woraus es sich in die meisten europäischen Ländern verbreitete. 

Wußten Sie das der Name von Cannabis dem griechischen Wort κάνναβις (kánnabis) entspringt, das ursprünglich ein skythisches Wort ist.  

Plinius der Ältere schreibt, dass Hanf Schmerzen lindere. Der griechische Arzt Pedanios Dioskurides, der den römischen Kaisern Nero und Claudius dient, verfasst im 1. Jahrhundert nach Chr. das wichtigste antike Arzneiwerk "Materia Medica". In diesen fünf Büchern hat Hanf eine große Bedeutung.  

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Die berühmte Naturforscherin und Heilerin, Hildegard von Bingen (1098-1179), gilt als Pionierin der Heilkunde in Verbindung mit Cannabis. In ihren Schriften lobt sie die Heilkraft der Hanfsamen bei Magenbeschwerden und befürwortet ein aus Hanf gefertigtes Tuch zur Wundbehandlung. Sogar Gutenberg druckt seine erste Bibel 1454 n. Chr. auf Hanf. 

Bereits der erste Präsident der USA, Georg Washington, baute 1765 Hanf an. Auch seine Nachfolger, die Präsidenten Thomas Jefferson und Abraham Lincoln, machten als Hanf-Farmer von sich Reden. Erste Entwürfe der amerikanischen Verfassung und die 1776 unterzeichnete amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurden auf Hanfpapier geschrieben.

Sir William Brooke O'Shaughnessy (1809 - 1889) als Mitglied der Medical and Physical Society of Calcutta publizierte er 1839 eine der ersten Arbeiten über die medizinische Verwendung von Cannabis (in Indien als Volksheilmittel bekannt). Er benutzte es unter anderem um Krämpfe bei Tetanus und Tollwut zu lindern und bei Rheuma und propagierte dessen Verwendung in England. Damit war er damals erfolgreich, sogar der Leibarzt von Queen Victoria J. Russell Reynolds  empfahl die Verwendung bei Menstruationsschmerzen. Zahlreiche Artikel erschienen in der Folge über die medizinische Verwendung von Marihuana.

In der Deutschen Medizinischen Wochenschrift hatte 1890 der Arzt G. See einen Artikel über die wohltuende Wirkung von Cannabis bei Schwindel, Migräne, Depressionen und Magenbeschwerden veröffentlicht.  

Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurden aus Hanf Mittel zur Linderung von Wehenkrämpfen und nachgeburtlichen Schmerzsymptomen gewonnen. Bis ins letzte Jahrhundert hinein schätzten Industrie und Medizin seine Vielfältigkeit als Nutz- und Heilpflanze: Ob als Textil- oder Papierrohstoff, als Medizin gegen Schlafstörungen, Schmerzen und Krämpfe

Wohl auch deshalb gehörte Hanf bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den weltweit am häufigsten angebauten Pflanzen. Selbst der Automobilhersteller Henry Ford wusste um den Nutzen des vielseitigen Gewächses und präsentierte 1941 sein "Hanfmobil" mit einer Karosserie, Armaturen und einer Innenausstattung aus Hanf. Der Pionier lobt die günstige CO2-Bilanz des Hanfmobils das mit Hanfkraftstoff betrieben wurde. Auch heute noch hat die Automobilindustrie rund 15% Marktanteil am Hanffasermarkt.


Warum wurde Cannabis dann überhaupt VERBOTEN?

Als zur Mitte des letzten Jahrhunderts die Pharmaindustrie immer mehr chemische Medikamente mit klar definierten Wirkstoffen entwickelte, wurden im Zuge eines internationalen Verbots alle cannabishaltigen Medikamente vom Markt genommen. Denn es gab Schwierigkeiten damit, die Cannabiswirkstoffe und -inhaltssubstanzen zu isolieren und identifizieren. Vor allem war es jedoch ein wirtschaftlicher Schachzug der USA: Als weltweit größter Baumwollproduzent wollten sie die Hanfpflanze als Konkurrenz verdrängen und setzten das weltweite Cannabisverbot in jahrzehntelanger diplomatischer Arbeit durch.

Ab 1930 war Harry J. Anslinger Vorsitzender des Federal Bureau of Narcotics (FBN) und einer der treibenden Befürworter einer Cannabis-Prohibition. Er lehnte die Nutzung von Opium und Hanf auch zu medizinischen Zwecken ab. Durch seiner Beorderung in die UN-Drogenkommission 1947 wurde das weltweite Verbot des Cannabisanbaus forciert, welches schließlich in Form des Einheitsabkommens über die Betäubungsmittel 1961 festgeschrieben wurde.

Als während des 2. Weltkrieges die Rohstoffe wieder knapp werden, kommt die US-Regierung doch wieder auf Hanf zurück und teilt Hanfsamen an die Bauern aus. Plötzlich wird der Cannabiskonsum wieder legalisiert und Hanf als Nahrungsmittel und Faserlieferant populär.
Es entsteht sogar ein eigener Hanf-Propaganda-Film namens "Hemp for victory". Doch als der Krieg endet und wird der Hanf wird von der chemischen Industrie wieder verbannt - es wird wieder dafür gesorgt, dass das aufgebaute positive Image verschwindet.  

Cannabis entkriminalisiert  

75 Jahre nach dem Erlass des Verbotes durch die USA macht der erste amerikanische Staat Washington diesen Beschluss rückgängig, indem er die Kriminalisierung der Bürger wegen des Besitzes, Konsums und Anbaus von Cannabis ablehnt. Auf Bundesebene ist Cannabis noch immer illegal, den Gliedstaaten steht es jedoch frei, vom Bundesrecht abzuweichen, da Drogenvergehen ihrer Gesetzgebung unterliegen. Dadurch entsteht ein föderalistischer Flickenteppich von Regulierungen.


Am 1. November 1976 trat in den Niederlanden ein neues Betäubungsmittelgesetz in Kraft, durch das Cannabis faktisch entkriminalisiert wurde. Einer der Hauptverantwortlichen für diese Politik ist der ehemalige Politiker Dries van Agt, der hierfür 2012 mit dem Cannabis Culture Award ausgezeichnet wurde.


ERSTE STUDIEN

Unter Walter Bromberg entsteht 1934 die erste klinische Studie zum Thema Cannabis-Konsum.
Hanfsamen werden wieder in klinischen Arbeiten getestet und viele Untersuchungen zeigen inzwischen die positiven Wirkungen von Hanf auf. Was die Chinesen schon vor langem wussten und Helga von Bingen beschrieb, ist heute Thema von seriösen Studien.

CBD wurde erstmals 1939 von Roger Adams isoliert und bekam von ihm seinen Namen. Dieser arbeitete an der University of Illinois und hatte eine Vorliebe für die organische Chemie.  

Pharmakologen Siegfried Walter Loewe hatte 1950 die schmerzhemmende und krampflösende Wirkung von Cannabis beschrieben - und erste Hinweise auf die Wirkstoffe geliefert.

1963 folgte eine Studie von Raphael Mechoulam und Yechiel Shyo, in welcher die chemische CBDs aufgeschlüsselt wurde und ein Jahr später das bekanntere Cannabinoid, Tetrahydrocannabinol (THC) entdeckt.  Sie isolierten aus den rund 1.000 Substanzen das Cannabidiol (CBD), ein Molekül, das einen therapeutischen Effekt auslöst - und dabei kaum psychoaktiv wirkt. Es ist eines der medizinisch bedeutendsten Bestandteile von Cannabis. 

1992 isolierte und identifizierte er zusammen mit seinen Mitarbeitern die Endocannabinoide Anandamid, zusammen mit Lumír Hanuš und William Devane und 1995 und das 2-Arachidonylglycerol (2-AG) zusammen mit Shimon Ben-Shabat. 

Mechoulam ist ein vielfach ausgezeichneter israelischer Hochschullehrer für Pharmazeutische Chemie und Naturstoffe an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er gilt als der Großvater der Erforschung des medizinischen Cannabis und überzeugte die Politik in Israel von Ihrem Nutzen. Er publizierte bisher mehr als 350 wissenschaftliche Artikel.

Weitere interessante Persönlichkeiten:

Martin A. Lee, ein Journalist und Autor zahlreicher Bücher (Smoke Signals: A Social History of Marijuana - Medical, Recreational, and Scientific). Er ist Gründer und Direktor von Project CBD.

Manuel Guzmán, Forscher der spanischen Beobachtungsstelle für Medizinisches Cannabis.

Christina Sanchez, Molekular Biologin an der Universität Madrid (youtube: CBD Healthcare)  

Sir Marc Feldmann, Immunologe und Direktor des Kennedy Institute of Rheumatology 

Leonard Leinow, Autor vom Buch: "CBD: A Patient's Guide to Medicinal Cannabis"

Franz-Josef "Franjo" Grotenhermen, ein deutscher Arzt, Cannabisaktivist und Autor von zahlreichen Büchern, z.B.: "CBD: Ein Cannabinoid mit Potenzial"

HEUTE: bisher wurden über 150 verschiedene Phytocannabinoide entdeckt und weiter erforscht.